„Es muss einen Großbuchstaben, eine Zahl und ein Sonderzeichen enthalten.“ Das Ergebnis: Firma2024!, auf einem Post-it am Monitor notiert und für E-Mail, Onlinebanking und Rechnungsprogramm wiederverwendet. Es erfüllt die Regeln, ist aber genau die Art Passwort, die Angreifer als Erstes ausprobieren.
Es gibt einen besseren Weg, Passwörter zu erstellen, der zugleich sicherer und leichter zu merken ist: Sätze statt einzelner Wörter verwenden.
Warum „Firma2024!“ nicht sicher ist
Wer in Ihre Konten eindringen will, rät nicht von Hand. Angreifer nutzen Programme, die Millionen Kombinationen pro Sekunde testen und mit den wahrscheinlichsten beginnen: Wörter aus dem Wörterbuch, Namen, Daten, Jahreszahlen und die üblichen Ersetzungen (das „a“ durch „@“, das „o“ durch „0“, das „!“ am Ende).
Deshalb zählt bei einem Passwort nicht so sehr, ob es seltsame Sonderzeichen enthält, sondern ob es lang und unvorhersehbar ist. Ein Passwort mit 8 Zeichen voller Sonderzeichen kann viel schneller geknackt werden als ein Satz mit 20 Zeichen aus einfachen Wörtern.
Methode 1: die Passphrase (4 zufällige Wörter)
Wählen Sie vier oder mehr Wörter, die nichts miteinander zu tun haben, und verbinden Sie sie mit einem Trennzeichen. Damit das Ergebnis die Regeln der meisten Websites erfüllt, geben Sie ihm eine persönliche Note: Großbuchstaben am Wortanfang, eine Zahl in der Mitte und ein Sonderzeichen als Trenner.
- Giraffe-Backstein7-Senfglas-Geige
- Wolke.Sardine3.Fahrrad.Klee
- schluessel7_Weiher_KLAVIER_kirsche
Das erste Beispiel hat 33 Zeichen, Großbuchstaben, eine Zahl und Sonderzeichen (die Bindestriche) und erfüllt damit die üblichen Regeln. Und es lässt sich leicht vorstellen: eine Giraffe, die auf 7 Backsteinen neben einem Senfglas Geige spielt. Sehr schwer zu erraten, sehr leicht zu merken.
Setzen Sie Zahl und Sonderzeichen in die Mitte und nicht nur ans Ende: „Satz2024!“ ist die vorhersehbarste Variante überhaupt.
Das Geheimnis liegt im „zufällig“: Die Wörter dürfen keinen bekannten Satz ergeben und nichts mit Ihnen zu tun haben. bayern-meister-muenchen-2024 ist schwach.
Methode 2: die Anfangsbuchstaben eines Satzes, den nur Sie kennen
Denken Sie sich einen persönlichen Satz aus, den Sie sich leicht merken und den sonst niemand kennt, und nehmen Sie den ersten Buchstaben jedes Wortes, wobei Sie Zahlen und Satzzeichen beibehalten:
- „Mein erstes Auto war ein blauer VW Golf, gekauft 2009 in Bielefeld!“ → MeAwebVG,g2009iB!
Das Ergebnis wirkt zufällig, aber Sie müssen sich nur den Satz merken. Das eignet sich gut für die wenigen Passwörter, die Sie wirklich auswendig wissen müssen.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Verwenden Sie dasselbe Passwort nicht mehrfach. Wird eine Website gehackt, sind alle Konten mit diesem Passwort in Gefahr. Das ist die wichtigste Regel von allen.
- Verwenden Sie keine bekannten Sätze, Songtexte, Sprichwörter oder Zitate: Sie stehen auf den Listen, die Angreifer durchprobieren.
- Verwenden Sie keine persönlichen Daten: Namen von Familienmitgliedern, Geburtsdaten, Kfz-Kennzeichen, den Namen der Firma oder des Lieblingsvereins.
- Bewahren Sie Passwörter nicht auf Post-its, in Excel-Tabellen oder in WhatsApp-Chats auf.
- Ändern Sie nicht nur die Zahl am Ende (Satz2024 → Satz2025). Das ist die erste Variante, die getestet wird.
Wie viele Passwörter müssen Sie sich merken? Nur wenige.
Niemand kann sich 40 verschiedene Passwörter merken, und das ist auch nicht nötig. Ideal ist:
- 2 oder 3 starke Passphrasen merken: die für den Computer, die für das wichtigste E-Mail-Konto und die für einen Passwort-Manager.
- Alle anderen dem Passwort-Manager überlassen. Bitwarden, 1Password oder der Manager, der schon in Smartphone und Browser eingebaut ist, erstellen lange, unterschiedliche Passwörter für jede Website und füllen sie automatisch aus.
- Die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren für E-Mail, Bank und die wichtigsten Konten. Selbst wenn jemand das Passwort herausfindet, kommt er ohne den Code von Ihrem Smartphone nicht hinein.
Sie müssen jemandem ein Passwort schicken?
Schreiben Sie es nicht in eine E-Mail oder in WhatsApp, denn dort bleibt es für immer gespeichert. Nutzen Sie unser kostenloses Werkzeug Sichere Nachricht: Es erstellt einen verschlüsselten Link, der sich nur ein einziges Mal öffnen lässt und danach gelöscht wird. Und wenn Sie ein völlig zufälliges Passwort für Ihren Manager brauchen, probieren Sie unseren Passwort-Generator aus.
Wenn Ihnen ein Passwort per E-Mail zugeschickt wurde, seien Sie zuerst misstrauisch: Lesen Sie die 5 Warnzeichen einer Phishing-E-Mail.
Zusammenfassung in 30 Sekunden
- Länge ist wichtiger als Sonderzeichen: Peilen Sie 16 oder mehr Zeichen an.
- Nutzen Sie 4 zufällige Wörter oder die Anfangsbuchstaben eines Satzes, den nur Sie kennen.
- Für jedes Konto ein anderes Passwort, gespeichert in einem Passwort-Manager.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für die wichtigen Konten.
Brauchen Sie Hilfe?
Bei aiodo helfen wir kleinen Unternehmen zu einer sicheren, sauber eingerichteten Website und geschäftlichen E-Mail-Adresse. Wenn Sie die Sicherheit der Konten Ihres Unternehmens überprüfen möchten, sprechen Sie uns an.